... aus der Werbung

Folgende Präparate werden mit einem gesundheitsfördernden Nutzen oder als sogenannte Schlankheitsmittel beworben. Es handelt sich zumeist um Nahrungsergänzungsmittel (NEM), denen generell keine nachgewiesene Wirkung zugesprochen werden kann. Von einer Anwendung ist  im Regelfall abzuraten.

Sobald eine neuartige Substanz oder ein Pflanzenextrakt tatsächlich eine nennenswerte Wirkung hat, müssen entsprechende Präparate als Arzneimittel und nicht als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben werden. Dadurch ist gewährleistet, dass das Präparat wirksam, unbedenklich und verträglich ist.

 

 

Lavylites® - Wunderspray aus Ungarn

Lavylites-Produkte werden im Network-Marketing als Kosmetikum vertrieben. Im Prinzip handelt es sich um homöopathische Lösungen zum Aufsprühen auf die Haut mit allerlei angeblicher Wunderwirkungen. Ein Wirkungsgrad oberhalb dem anderer Homöopathika ist nicht zu erwarten - dafür sind die Preise allerdings gesalzen und die häufig zu hörenden Heilversprechen ausgesprochen unseriös.

Die Werbeaussagen sind fast schon lächerlich.

 

MMS - Miracle Mineral Supplement 

MMS enthält die Chemikalie Natriumchlorit, aus der nach Zusatz von Citronensäure das hoch reaktive Chlordioxid entsteht. Chlordioxid ist sehr giftig und ätzend. Die Einnahme kann zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen, Darmschäden, Blutdruckabfall bis hin zum Tod führen.

Chlordioxid wird in der Industrie als Bleiche und Desinfektionsmittel eingesetzt - in Europa ist es weder als Lebensmittel noch für Lebensmittel zugelassen. 

Unbedingt Finger weg!

                     

Hoodia

Die Präparate enthalten einen Extrakt aus der an einen Kaktus erinnernden afrikanischen Pflanze Hoodia gordonii, dem eine hungerstillende Wirkung zugesprochen wird. Die Wirkung des Inhaltsstoffs P57 konnte in  Studien noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Schokolade ist auch hungerstillend – eignet sich aber keineswegs zur Gewichtsreduktion.

        

 

Arugola®

Das als Schlankheitsmittel vertriebene Präparat Arugola-Kapseln enthält nichts weiter als die als Lebensmittel verwendete Salatpflanze Rucola. Eine Wirkung oder gar ein Nutzen ist nicht bekannt.

 

 

 

Cactus

Die Präparate mit der Bezeichnung Cactus enthalten einen Extrakt aus dem Kaktusgewächs Selenicereus grandiflorus ("Königin der Nacht"), Opuntia- oder Hoodia-Arten. Letztere gehören nicht zu den Katusgewächsen. Das Wirkungsspektrum der Pflanzen ist weitestgehend unerforscht und daher als potenziell gesundheitsgefährdend einzustufen.

 

 

 

Calrinorm Mono® 

Das Produkt enthält einen patentierten Kartoffelextrakt, dessen Hauptkomponente das sogenannte Calrinorm-Sättigungspeptid CSP ist und das Sättigungsgefühl steigern soll. Eine  Ernährungsumstellung ("Low-Carb" = wenig Kohlenhydrate) und sportliche Betätigung führt sicherlich eher zum Erfolg.

 

 

 

Coralcare®

Der Inhaltsstoff Korallen-Pulver ist laut Hersteller ein ionisiertes Sango-Calzium und soll einen positiven Einfluss auf den Säure-Basen-Haushalt haben. Tatsächlich enthält das Produkt nur billigen Korallensand. Die Werbeanzeige argumentiert mit einer Vielzahl von völlig unhaltbaren zum Teil sogar zusammenhangslosen Behauptungen. Das Produkt ist schlichtweg teurer Unsinn.  

 

 

FSS Fat Slimming Show

Die über das Internet vertriebenen Kapseln wurden als 'Apfeltabletten' und als rein pflanzliches Präparat ohne Nebenwirkungen beworben. Eine Überprüfung des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales soll jedoch gezeigt haben, dass die Kapseln eine gefährliche Dosis des verschreibungspflichtigen Appetitzüglers Sibutramin enthalten.

                   

 

Lapacho

Lapacho ist ein aus Mittel- und Südamerika stammendes Hartholz, dessen Bastschicht (Innenholz) für die Teezubereitung verwendet wird. Die Verwendung als gesundheitsfördernder Tee geht auf die Inkas zurück. Auch wenn das Lapachoholz einige für die Medizin interessante Inhaltsstoffe (Lapachol und Lapachon) enthält, ist von einem hervorzuhebenden Effekt des Tees auf den Gesundheitszustand nicht auszugehen - der Gehalt dieser  Inhaltsstoffe ist sehr gering und eine konkrete Wirkung ist bis heute nicht nachgewiesen.

 

Nagal®-Kapseln

Das Medizinprodukt Nagal enthält Glucomannan, das im Magen bis auf ein Vielfaches seines bisherigen Volumens aufquillt, wodurch ein Sättigungsgefühl eintreten soll. Dieses Wirkprinzip funktioniert leider nicht.  Das Trinken größerer Mengen Wasser hat eiinen vergleichbaren Effekt. Ohne eine konkrete Ernährungsumstellung und die Zufuhr entsprechender Nährstoffe lässt sich eine nachhaltige Sättigung nicht erzielen.

 

Portulak-Kapseln

Das als Schlankheitsmittel vertriebene Präparat Portulak-Kapseln enthält nichts weiter als die als Lebensmittel verwendete Salatpflanze derselben Bezeichnung. Eine Wirkung oder gar ein Nutzen ist nicht bekannt.

 

      

 

Simondsin Jojoba-Kapseln®

Jojobasamen gegen Übergewicht – in vielen Zeitschriften finden sich im Moment vermeintliche Berichte über die herausragende Wirkung von Jojoba- oder Lolobasamen-Extrakt zur Gewichtsreduktion. Hierbei handelt es sich um Werbeanzeigen, die im Erscheinungsbild eines wissenschaftlichen Berichts erstellt wurden. Von der Einnahme solcher Kapseln ist generell abzuraten, da die Unbedenklichkeit nicht gewährleistet, eine positive Wirkung nicht zu erwarten und das Produkt zudem sehr teuer ist.

 

   

SensaMen®

Das als rein pflanzliches Erektionsstimulans vertriebene Präparat SensaMen Kapseln enthielt 2011 nachweislich  nicht-deklarierte Sildenafil-Derivate und ist somit  gesundheitsgefährdend. Der Vertrieb wurde mit sofortiger Wirkung untersagt.

 

  

 

WuWeiZi®

WuWeiZi enthält einen Extrakt aus dem chinesischen Sternanisgewächs Schisandra sinensis (Spaltkörbchen). Der Pflanze werden in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) vielfältige Wirkungen auf fast alle Organsysteme zugeschrieben. Nachgewiesen ist keine davon. 

  

Hoodia

Die Präparate enthalten einen Extrakt aus der an einen Kaktus erinnernden afrikanischen Pflanze Hoodia gordonii, dem eine hungerstillende Wirkung zugesprochen wird. Die Wirkung des Inhaltsstoffs P57 konnte in  Studien noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Schokolade ist auch hungerstillend – eignet sich aber keineswegs zur Gewichtsreduktion.